Letzten Samstag war es also so weit und “Wenn heute noch gestern ist” wurde erstmals öffentlich vorgeführt. Hier eine kleine Zusammenfassung des Tages.
Los ging es am späten Vormittag ab Deutz mit einem geliehenen Kleinbus. Die bei allen Mitreisenden vorherrschende Nervosität wich jedoch schnell der Vorfreude – auf den Ort, die netten Menschen, der Feierlichkeiten rund um den Schlossgarten, etc. Irgendwie war es wieder da, dieses Klassenfahrtsgefühl, welches sich schon während der Dreharbeiten bemerkbar machte.
Bester Laune vergingen die 2 Stunden fahrt wie im Fluge, nicht zuletzt dank wunderbarer Heimatmelodien von WDR4
. Angekommen im sonnigen Schieder konnten wir nur einen kurzen Blick in den nun fertigen Schlossgarten werfen, immerhin musste der anliegende Raum im Bürgerhaus hergerichtet werden. Beamer aufbauen und kalibrieren, Raum verdunkeln, Ton testen, etc pp. Während dies geschah, wurden 3 von uns in die Kneipe einer unserer Sponsoren gebracht, um das spannende Bundesliga Finale nicht zu verpassen. Der Rest machte sich parallel über Kaffee, Kuchen, Bier und Obstler her bei Brinksmeiers (Schauplatz der finalen Szene). Kurz vor der Premiere führten unsere Wege dann wieder zusammen und wir machten uns wohl gestimmt auf zum Bürgerhaus. Dort angekommen standen schon einige Menschen vor der Tür zum Vorführraum. Der Andrang war durchaus beachtlich und schon war die fast vergessene Nervosität wieder da. Den kurzen Moment der Ruhe im Vorführraum nutzten wir zum Sammeln der Gedanken. Gewisse Fragen machten sich breit: Sind die Komparsen zufrieden mit ihren Auftritten? Fühlt sich der Ort angemessen vertreten durch den Film? Und vor allem, wie kommt das schwere Thema bei den Zuschauern an?
Dann ging aber alles ganz schnell. Die Tür öffnete sich, viele Menschen strömten in den Saal, so viele, dass wir bald fast das doppelte an Stühlen dazu stellen mussten, wie angedacht waren. Die Leute nahmen Platz und der Bürgermeister ergriff das Wort. Nach sehr netten Danksagungen an uns, ein Filmprojekt in dem beschaulichen Ort zu realisieren, durften auch wir noch etwas sagen, bevor nun endlich das Licht ausging und der Film startete.
15 Minuten später, der Abspann läuft. Ein dunkler Saal und die totale Stille. Eigentlich folgt an dieser Stelle doch immer Applaus. Unsicherheit macht sich breit, dann erstmal den Abspann abwarten. Als auch der durch ist der erlösende Moment… die Leute klatschen. Na endlich. Waren die Leute so beschäftigt damit ihre Namen im Abspann zu suchen? Wirkte das Ende so lange nach? Warum diese Verzögerung? Fragen über Fragen, aber zum Glück gab es ja die Möglichkeit eines Gesprächs nach der Vorführung, die von sehr vielen Zuschauern dankend angenommen wurde. Dabei entwickelten sich sehr interessante Gespräche, aber auch skurrile Situationen – zumindest habe ich bisher noch nie ein Autogramm geschrieben. Sagen kann ich nur eines – die Kritiken waren durchweg positiv.

Als der Trubel allmählich sein Ende fand, schlossen wir uns nun den Feierlichkeiten rund um den Schlossgarten an. Eine Tafel wurde extra für uns hergerichtet, so dass wir im bekannten Ambiente des Films speisen konnten. Eine Live Band spielte eine kleine zeitreise durch die Musikgeschichte und auch sonst wirkte alles sehr stimmig. Mit zunehmender Dunkelheit zeigten sich auch die beeindruckenden Lichtgestaltungen des Gartens und des Schlosses.

Gut versorgt mit Speiß und Trank und netten Gesprächen mit den Leuten der Umgebung warteten wir also auf das “kleine” Finale. Zumindest wurde es so angekündigt. Der Bürgermeister sprach von einer kleinen Illumination und stapelte tief. Sogar sehr tief. Denn was uns am späten Abend da erwartete, war ein Feuerwerk, wie man es selten sieht. Synchron zu mitreißender Musik, spielten sich auf diversen Ebenen viele unterschiedliche Effekte ab. Flammenwerfer, die in die höhe schießen, Raketen in allen denkbaren Ausführungen, Vulkane, Knallkörper, Funkenregen und -kreisel und eine riesen Rakete zum Schluss, die den ganzen Himmel mit Funken erhellte. Beeindruckend.

Vielen Dank also an Schieder, die uns mit dem Schlossgartenfest wirklich einen tollen Rahmen für die Premiere geboten haben. Ein gelungener Tag, der mit einer überaus heiteren Heimreise gekrönt wurde. Ich komme gerne wieder.